Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.
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Flächen

Bioethanol wird in Deutschland aus Zuckerrüben und Futtergetreide wie zum Beispiel Triticale, Futterroggen, -weizen, -gerste oder aus Industrierüben gewonnen. Futtergetreide unterscheidet sich preislich und qualitativ von Brotweizen, Brotroggen oder Braugerste und wird nicht zur Lebensmittelproduktion verwendet. Zuckerrüben werden nicht nur zur Herstellung von Zucker, sondern zu einem großen Teil zur stofflichen Nutzung in der chemischen Industrie, als Energiepflanzen (Biogas) oder zur Gewinnung von Bioethanol eingesetzt.


Die zur Herstellung von Bioethanol genutzten Ackerpflanzen werden als „Hochertragsfrüchte‘“ bezeichnet, weil sie im Vergleich zu ölhaltigen Pflanzen hohe Erträge pro Hektar liefern. Aus einem Hektar mit Futterweizen können rund 2,2 Tonnen Bioethanol und aus einem Hektar mit Zuckerrüben sogar 5,2 Tonnen Bioethanol gewonnen werden, wobei die Fruchtfolge von den Landwirten beachtet werden muss und es nicht zu Monokulturen kommt.


Die deutsche Bioethanolwirtschaft setzt heimische Rohstoffe ein. Wie bei allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen werden dafür Flächen benötigt. In Deutschland stehen insgesamt 11,8 Mio. Hektar Ackerland zur Verfügung – davon wurden im Jahr 2017 nur 320.000 Hektar für den Anbau von Energiepflanzen für Bioethanol und dessen gesamte Palette an Co-Produkten genutzt. In den kommenden Jahren werden nach Einschätzungen der EU-Kommission durch Ertragssteigerungen in der Landwirtschaft und als Folge von Marktreformen bis zu 20 Mio. Hektar zusätzliche Ackerfläche in Europa frei – ein Potenzial, das für den Anbau von Energiepflanzen bereit steht und nicht für die vorrangige Nahrungsmittelproduktion reserviert werden muss.

 

Damit stellt die Bioethanolproduktion in Deutschland keine Konkurrenz zur Herstellung von Lebensmitteln dar. Darüber hinaus entstehen bei der Herstellung eine zahlreiche Co-Produkte:

  • ca. 1,2 kg proteinhaltige Futtermittel entstehen pro Liter Bioethanol. Sie ersetzen z.B. Sojaimporte.
  • Gluten, Weizenkleie, Hefe und biogene Kohlensäure für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie.
  • Biogas (aufbereitet zu Biomethan als Kraftstoff oder zur Einspeisung in das Erdgasnetz geeignet)
  • Biodünger (Carbokalk und Vinasse)

Die Herstellung von Bioethanol geht nicht zu Lasten der Welternährung, denn Hunger ist vor allem ein Armutsproblem und Folge ungleicher Verteilung. Hunger und Unterernährung bedeuten nicht, dass grundsätzlich zu wenig Nahrungsmittel produziert würden, um die derzeitige Weltbevölkerung von 7,7 Milliarden (Weblink Stand Juli 2019) Menschen zu ernähren.

Erhebung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) über Flächen in Hektar für Industrie- und Energiepflanzen 2005 bis 2018 (Quelle: FNR-Jahresbericht 2017/18, April 2019):

FNR Anbau NawaRo_Grafik_2019.jpg

Kurz gefasst:
Deutsches Bioethanol wird hauptsächlich aus heimischen Rohstoffen hergestellt

  • steht nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion, weil z.B. nur Futtergetreide genutzt wird, welches nicht für Lebensmittel verwendet werden darf 
  • hat eine Vielzahl von Co-Produkten, die zurück in den Nahrungsmittelkreislauf gelangen oder als Energie genutzt werden