Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.
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Wichtigste Anliegen der Bioenergiewirtschaft für die 19. Legislaturperiode

Positionspapier des Bundesverband Bioenergie (BBE) in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsverbänden BDBe, BDOel, DBV, FvB, FVH, MVaK, UFOP, VDB

Deutschland hat sich mit dem Klimaschutzabkommen von Paris zu umfassenden Treibhausgaseinsparungen verpflichtet und im Klimaschutzplan 2050 ambitionierte Sektorziele festgelegt. Die Energiewende als zentraler Bestandteil der deutschen Klimaschutzpolitik muss Versorgungssicherheit durch Diversität und Flexibilität gewährleisten. Deutschland hat bereits heute Vorbildwirkung als Standort einer effektiven Bioökonomie und kann durch nachhaltige Entwicklungsstrategien maßgeblich zu einem wirtschaftlich effizienten Klimaschutz beitragen. Die Bundesregierung muss deshalb die richtigen Weichenstellungen vornehmen, um sämtliche Potenziale der Land-, Forst- und Holzwirtschaft zur Bewältigung der Energiewende und zur Erfüllung europäischer und deutscher Klimaschutzziele auszuschöpfen.

 

Auszug:

2. Nachhaltige Biokraftstoffe leisten einen unverzichtbaren und kostengünstigen Beitrag zur Erreichung europäischer und deutscher Klimaschutzziele im Verkehr und sind essentieller Bestandteil ländlicher Wertschöpfung.

Aufgrund ihres hohen CO2-Minderungspotenzials sind Biokraftstoffe unverzichtbar für den Klimaschutz im Verkehrssektor.

Nur unter Einsatz aller verfügbaren Biokraftstoffoptionen lässt sich die Emissionsbilanz im Verkehr deutlich verbessern. Zudem entstehen bei der Biokraftstoffproduktion wertvolle Koppel- und Nebenprodukte, die emissionsintensive Importe von z.B. Futtermitteln reduzieren. Durch hocheffiziente Kaskadennutzung werden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen gewährleistet. Es darf daher kein „Phase-Out“ für marktgängige Biokraftstoffe und damit eine Preisgabe eines funktionierenden Wirtschaftssektors geben, der u.a. zur nachhaltigen Optimierung von Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum beiträgt.

Die kostengünstigste Alternative zu fossilen Kraftstoffen sind Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse. Bis Biokraftstoffe aus Rest- und Abfallstoffen im industriellen Maßstab hergestellt werden können, muss der Beitrag von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse unverändert bleiben. Zusätzlich sind die Marktdurchdringung bereits verfügbarer Biokraftstoffe wie z.B. Biomethan (aus Gülle und anderen Reststoffen) und UCOME voranzutreiben sowie weitere alternative Kraftstoffe zur Marktreife zu führen.

Für die 2030-Klimaziele im Verkehr ist die Treibhausgasminderungsquote auf 15% zu erhöhen.

Die in Deutschland im Jahr 2015 eingeführte Treibhausgasminderungsquote im Verkehrssektor hat sich als wirksam erwiesen: Biokraftstoffe leisten momentan den größten Beitrag zur Einsparung von CO2, insbesondere durch stetige Verbesserung ihrer Treibhausgasbilanz. Aufgrund der Bemessungsgröße „THG-Bilanz“ führt jedoch diese Effizienzverbesserung absurderweise zu einem physisch sinkenden Anteil von Biokraftstoffen. Für die Reduktion von CO2-Emissionen stellen Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse (im Sinne eines integrierten Ansatzes zur Zielerreichung von „Klimaschutz im Verkehr“) neben der Effizienzsteigerung von Motoren, alternativen Antriebstechnologien und der Optimierung von Verkehrsinfrastrukturen, eine essentielle Komponente dar. Die Treibhausgasminderungsquote im Verkehr sollte daher in 2018 beginnend bis 2030 sukzessive auf 15% angehoben werden, um die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen. Anzustreben ist eine analoge THG-Minderungspflicht auf EU-Ebene zur Verringerung der Verlagerungseffekte von abfallbasierten Biokraftstoffen vor allem nach Deutschland. Voraussetzung ist ein Gleichklang der Dokumentationspflichten und der Überwachung der Zertifizierungsanforderungen in allen Mitgliedsstaaten.

Die Produktion von Biokraftstoffen trägt zur ländlichen Wertschöpfung bei und sichert ländliche Arbeitsplätze und Existenzen, vermindert die Importabhängigkeit insbesondere von fossilen Kraftstoffen, reduziert in erheblichem Maße Treibhausgase im Verkehr und ist ökonomisch wettbewerbsfähig. Für Produzenten und Nutzer muss Biokraftstoffpolitik zuverlässig sein und Planungssicherheit gewährleisten.

08.05.2018

 

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