Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.
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Strombilanzierung im Verkehrssektor - Teilbericht des Projektes „Ökologische Bewertung von Verkehrsarten“, Studie des UBA

Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) weist darauf hin, dass in dieser im November 2019 veröffentlichten Studie des Umweltbundesamtes (UBA) deutliche Warnhinweise im Hinblick auf eine angeblich ausreichende Verfügbarkeit von regenerativem Strom für die Elektromobilität in Deutschland enthalten sind.

Auszug ab Seite 41:

"Abbildung 5: Veränderungen in der Stromerzeugung aufgrund der Einführung der Elektromobilität (Grenzbetrachtung für das Jahr 2030)
UBA Studie_Strom_E-Mobilität_Infografik_2019 11.jpg


Quelle: Timpe et al. 2017
Abbildung 5 zeigt die Veränderungen in der Stromerzeugung aufgrund der Einführung der Elektromobilität, wie sie im Rahmen der energiewirtschaftlichen Modellierung von Timpe et al. (2017) ermittelt wurden. Der Großteil der zusätzlichen Erzeugung basiert auf erneuerbaren Energien, da ein zusätzlicher staatlich-forcierter EE-Ausbau entsprechend des gestiegenen Gesamtstrombedarfs unterstellt wurde (siehe Kapitel 2.1).
Im Falle des ungesteuerten Ladens können 57 % der zusätzlichen Stromnachfrage der Elektromobilität durch zusätzliche EE-Stromerzeugung gedeckt werden. Die verbleibenden 43 % der Stromnachfrage der Elektromobilität werden zu etwa 40 % durch fossile inländische Kraftwerke gedeckt, zu etwa 60 % durch ausländische Kraftwerke, deren Einsatz durch einen verringerten Stromexport aus Deutschland notwendig wird. Bei den inländischen Kraftwerken kommen insbesondere Erdgas-Anlagen verstärkt zum Einsatz, während Kohlekraftwerke nur einen geringen Anteil beisteuern. Der CO2-Emissionsfaktor der zusätzlichen Stromerzeugung liegt mit 220g/kWh deutlich unter dem durchschnittlichen CO2-Emissionsfaktor der inländischen Stromerzeugung im Jahr 2030 in Höhe von 300 g/kWh (Timpe et al. 2017).
Im Falle des gesteuerten Ladens wird die zusätzliche Stromnachfrage der Elektromobilität mit ca. 70 % EE-Erzeugung gedeckt, da die Elektrofahrzeuge auch EE-Strom nutzen, welcher anderweitig nicht ins System integriert worden wäre (EE-Überschüsse). Die verbleibenden 30 % der Stromnachfrage der Elektromobilität werden zu etwa 75 % durch fossile inländische Kraftwerke gedeckt, zu etwa 25 % durch ausländische Kraftwerke. Gegenüber dem ungesteuerten Laden kommen inländisch deutlich stärker Kohlekraftwerke zum Einsatz. Sie decken etwa 15 % des zusätzlichen Strombedarfs der Elektromobilität. Insgesamt liegt der CO2-Emissionsfaktor der zusätzlichen Stromerzeugung mit 183 g/kWh jedoch noch niedriger als im Falle des ungesteuerten Ladens (Timpe et al. 2017).
Als Fazit kann festgehalten werden, dass in einer Marginalbetrachtung von hoher Bedeutung ist, dass das relative Ausbauziel für EE-Strom beibehalten wird und ein entsprechender EE-Zubau sicherstellt, dass die zusätzlichen Stromnachfrage der Elektromobilität mit erneuerbaren Energien gedeckt wird. Im Falle der absehbaren stark steigenden Stromnachfrage der Elektromobilität bedeutet dies, dass entsprechend höhere zusätzliche EE-Kapazitäten notwendig sind. Ein gesteuertes Laden kann die Nutzung von EE-Erzeugung zu einem gewissen Maße erhöhen, aber durch die Nutzung von EE-Überschüssen keine wesentliche Deckung der Fahrstromnachfrage erfolgen. Es ist daher davon auszugehen, dass Elektrofahrzeuge auch mittelfristig die Auslastung von fossilen Kraftwerken erhöhen werden und damit der Fahrstrombedarf durch fossile Erzeugung gedeckt wird."

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