<h1>Marktdaten</h1> <p>und Nachrichten &uuml;ber den E10-Verbrauch, Bioethanolverbrauch, Bioethanolverwendung, Rohstoffeinsatz und Bioethanolproduktion bzw. der Produktion von Biokraftstoff, auch Biosprit E10 genannt Bioethanol Marktdaten bioethanol marktdaten</p> <p>&nbsp;</p> <h3>&nbsp;</h3> <h3>Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDB<sup>e</sup>) konnte im Jahr 2016 die positive Nachricht verbreiten</h3>

Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.
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Marktdaten Deutschland

Die deutsche Bioethanolwirtschaft in Zahlen

Grundsätzlich positiv blickt der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) auf das vergangene Jahr 2018 zurück und wagt zudem einen optimistischen Blick in die Zukunft. 2018 ist der Absatz von Bioethanol zur Beimischung in Benzin in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr spürbar um fast 3,0 Prozent gestiegen, bei gleichzeitig schrumpfendem Benzinmarkt. Die Folge sind erstmals seit mehreren Jahren wieder steigende Anteile von Bioethanol in den Benzinsorten Super (E5), Super E10 und Super Plus. Die für den Kraftstoffeinsatz bestimmte deutsche Bioethanolproduktion sank hingegen das zweite Jahr in Folge auf jetzt 613.000 Tonnen, was einem Rückgang von 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die 2018 durch den Einsatz von Bioethanol im Benzin eingesparte Menge von 3,1 Millionen Tonnen CO2 entspricht rechnerisch rund 1,0 Million Personenkraftwagen ohne CO2-Ausstoß.
 

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Produktion 2018

 

In den in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Bayern gelegenen Bioethanolanlagen verringerte sich die Herstellung von Bioethanol zur Beimischung für Kraftstoffanwendungen im Jahr 2018 auf insgesamt 613.087 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr mit einer Produktionsmenge von 672.930 Tonnen bedeutet dies einen erneuten deutlichen Rückgang der heimischen Produktion um 8,9 Prozent.

Im Jahr 2018 ging Verantwortlichkeit für Erhebung und Auswertung der Produktionsdaten für die deutsche Bioethanolproduktion von der inzwischen aufgelösten Bundesmonopolverwaltung für Branntwein (BfB) auf die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) über. Daher können für 2018 Angaben zum Rohstoffeinsatz nur für die Bioethanolherstellung für alle Anwendungen, d.h. Kraftstoffe, die industrielle Verwendung und die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie gemacht werden.

 

Bioethanolproduktion f Kraftstoff in D_2014_2018.png


Von insgesamt mehr als 750.000 Tonnen produziertem Bioethanol stammten etwa 590.000 Tonnen (79 Prozent) aus Futtergetreide und 160.000 Tonnen (21 Prozent) aus Zuckerrübenstoffen. Ein geringer, nicht genau quantifizierbarer Anteil des Bioethanols, der sich auf dem Niveau des Vorjahres (9.000 Tonnen) befinden dürfte, wurde 2018 aus Rest- und Abfallstoffen zum Beispiel aus der Lebensmittelindustrie produziert.

Bioethanolproduktion nach Rohstoffen u Verwendung 2018.png


Mehr als 160.000 Tonnen Bioethanol stammten aus Zuckerrübenstoffen bzw. Melasse. Dies entspricht einem Rohstoffeinsatz von fast 1,7 Millionen Tonnen Zuckerrüben und damit rund 6,4 Prozent der Rübenernte des Jahres 2018 in Höhe von 26,2 Millionen Tonnen.

Aus Futtergetreide wurden 2018 rund 590.000 Tonnen Bioethanol hergestellt. Hierfür wurden rund 2,6 Millionen Tonnen Futtergetreide als Rohstoff eingesetzt. Dies entspricht rechnerisch knapp 7,0 Prozent der deutschen Getreideernte von fast 38 Millionen Tonnen im Jahr 2018.
 

Bioethanolproduktion f Kraftstoff nach Rohstoffen 2014_2018.png


Zusätzlich zu Bioethanol lieferten die übrigen pflanzlichen Bestandteile der verarbeiteten Rohstoffe wie Proteine, Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine hochwertige Co-Produkte: Eiweißfuttermittel aus Getreide, Kraftfutter aus Zuckerrüben und weitere Erzeugnisse für die Lebens- und Futtermittelindustrie, Gluten für Aquakultur sowie biogene Kohlensäure für Getränke.

 

Verbrauch 2018

In einem 2018 insgesamt rückläufigem Kraftstoffmarkt, in dem mit 17,8 Millionen Tonnen Benzin rund 2,5 Prozent weniger Ottokraftstoffe abgesetzt wurden als im Vorjahr (2017: 18,3 Millionen Tonnen), stieg der Verbrauch von Bioethanol, das den Benzinsorten Super E10, Super Plus und Super (E5) beigemischt bzw. zur Herstellung von ETBE (Ethyl-tertiär-butylether) verwendet wird, auf knapp 1,2 Millionen Tonnen. Während zur ETBE-Erzeugung knapp 110.000 Tonnen Bioethanol und damit rund 1,4  Prozent weniger als im Vorjahr eingesetzt wurde, stieg der Beimischungsanteil deutlich an.

Der Bioethanolanteil am Benzinmarkt des vergangenen Jahres erreichte 6,3 Vol.-Prozent und lag somit 0,3 Prozentpunkte höher als 2017.
 

EtOH in Benzin 2017 u 2018.png

Bioethanolanteil am Benzinverbrauch 2014_2018.png

 

Verbrauch in Superkraftstoffen E85 u ETBE_2014_2018.png

 

Super (E5) erreichte mit 14,7 Millionen Tonnen in 2018 einen leicht steigenden Marktanteil von 82,5 Prozent. Im Vorjahr waren es 15,0 Millionen Tonnen, dies entsprach einem Marktanteil von 82,1 Prozent. Der Marktanteil von Super Plus, dem ebenfalls bis zu 5,0 Prozent Bioethanol beigemischt wird, betrug mit rund 810.000 Tonnen ähnlich wie im Vorjahr 4,5 Prozent.

Der Absatz der bis zu 10 Prozent Bioethanol enthaltenden Kraftstoffsorte Super E10 sank 2018 leicht und betrug 2,3 Millionen Tonnen. Dies bedeutet einen Marktanteil von 12,9 Prozent. Im Vorjahr waren es 13,4 Prozent gewesen.

 

Benzinsorten 2017 u 2018 Marktanteil.png

 

Ausblick 2019

Die Diskussionen über das Erreichen der Klimaschutzziele insbesondere auch im Verkehrssektor, über die dafür notwendigen Maßnahmen wie höhere Preise für fossile Kraftstoffe, die Förderung der Elektromobilität und den Einsatz alternativer Kraftstoffe, rücken auch das CO2-Minderungspotenzial von Biokraftstoffen wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein. Der Verbrauch von Bioethanol in Benzin reduziert schon jetzt die CO2-Emissionen im Verkehrssektor um 3,1 Millionen Tonnen.

Ende 2019 wird Deutschland eine Klimaschutzgesetzgebung auf den Weg bringen, in der konkrete Maßnahmen zur Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase bis 2030 beschrieben werden sollen. Zusätzlich muss Deutschland auch seinen internationalen Klimaschutzverpflichtungen nachkommen und bis Jahresende konkrete Vorstellungen zum Erreichen der Klimaschutzziele bei der Europäischen Kommission einreichen.

Vor diesem Hintergrund und wegen des bereits gesetzlich verankerten Anstiegs der Treibhausgasminderungsquote für alle Kraftstoffe von vier auf sechs Prozent ab 2020 geht der BDBe davon aus, dass es schon 2019 positive Auswirkungen auf den deutschen und europäischen Bioethanolmarkt geben wird.

Zudem haben vom BDBe am Jahresbeginn 2019 veranlasste Vergleichstests gezeigt, dass die Nutzung der Benzinsorte Super E10 nicht nur CO2-Emissionen, sondern auch den Stickoxid- und Feinstaubausstoß von Benzinern deutlich reduziert. Dies ergaben Rollenprüfstandtests für fünf Autos aus verschiedenen Fahrzeugklassen, die abwechselnd mit Super E10 und Super (E5) erfolgten. Der bei der Einführung von Super E10 von vielen Seiten befürchtete Mehrverbrauch gegenüber Super (E5) aufgrund des geringeren Heizwertes von Bioethanol gegenüber Mineralöl wurde durch die aufwändigen Tests nach dem neuen WLTP-Messverfahren nicht bestätigt. interner Link

Um bei einigen Autofahrern noch bestehende Unsicherheit  im Hinblick auf die Verträglichkeit ihrer Motoren mit Super E10 auszuräumen, veröffentlichte der BDBe die Informationsplattform www.e10tanken.de mit verlässlichen Herstellerangaben zu allen in der EU zugelassenen Pkw. Seitdem der ADAC und weitere Ratgeberseiten im Internet auf diese Informationsplattform hinweisen, steigt der Bekanntheitsgrad und der BDBe geht davon aus, dass dies positive Auswirkungen auf den Absatz von Super E10 haben wird.