<h1>Marktdaten</h1> <p>und Nachrichten &uuml;ber den E10-Verbrauch, Bioethanolverbrauch, Bioethanolverwendung, Rohstoffeinsatz und Bioethanolproduktion bzw. der Produktion von Biokraftstoff, auch Biosprit E10 genannt Bioethanol Marktdaten bioethanol marktdaten</p> <p>&nbsp;</p> <h3>&nbsp;</h3> <h3>Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDB<sup>e</sup>) konnte im Jahr 2016 die positive Nachricht verbreiten</h3>

Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.
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Marktdaten Deutschland

Überblick

Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) zieht eine gemischte Bilanz für das Jahr 2019. Im vergangenen Jahr ist der Absatz von Bioethanol zur Beimischung in Benzin in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Prozent auf 1,16 Millionen Tonnen leicht gesunken, bei einem wieder wachsenden Benzinmarkt. Der Absatz der Benzinsorte Super E10 hat sich 2019 positiv entwickelt: Der Marktanteil von Super E10 stieg von 12,9 Prozent im Jahr 2018 auf 13,7 Prozent.

Die für den Kraftstoffeinsatz bestimmte Bioethanolmenge aus deutscher Produktion sank im vergangenen Jahr auf knapp 543.000 Tonnen, was einem deutlichen Rückgang um 12,8 Prozent im Vergleich zu 2018 entspricht. Die Gründe hierfür lagen unter anderem an einer Anpassung der Produktion an die anspruchsvolleren Marktbedingungen zum Jahresauftakt 2019, die durch eine schwächere Nachfrage sowie volatile und sinkende Preise für Bioethanol gekennzeichnet waren.

1. Bioethanolproduktion 2019

Die in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Bayern gelegenen Bioethanolanlagen verringerten die Herstellung von Bioethanol spürbar. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 651.565 Tonnen Bioethanol erzeugt. Gegenüber dem Jahr 2018 ist dies ein Rückgang von 13,5 Prozent.

Dabei stammten etwa 561.000 Tonnen (86 Prozent) der Produktion aus Futtergetreide und knapp 91.000 Tonnen (rund 14 Prozent) aus Zuckerrübenstoffen. Hinzu kommt ein niedriger, von der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) erneut nicht genau quantifizierter Anteil von Bioethanol, der aus Rest- und Abfallstoffen produziert wurde.

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Die Bioethanolmenge von etwas mehr als 90.000 Tonnen aus Zuckerrübenstoffen bzw. Melasse entspricht einem Rohstoffeinsatz von 909.151 Tonnen Zuckerrüben und damit rund 3,5 Prozent der Rübenernte. Der Grund für den deutlich rückläufigen Anteil, den Zuckerrüben im vergangenen Jahr bei der Bioethanolproduktion hatten (-43,7 Prozent gegenüber 2018), lag an der zu befriedigenden Nachfrage nach Zucker.

Aus Futtergetreide wurden im vergangenen Jahr rund 560.000 Tonnen Bioethanol hergestellt (-5,3 Prozent gegenüber 2018). Hierfür wurden rund 2,4 Millionen Tonnen Futtergetreide als Rohstoff eingesetzt. Dies entspricht rechnerisch 5,4 Prozent der deutschen Getreideernte von fast 44,3 Millionen Tonnen im Jahr 2019.

Zusätzlich zu Bioethanol lieferten die übrigen pflanzlichen Bestandteile der verarbeiteten Rohstoffe Proteine, Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine, die zu hochwertigen Ko-Produkten verarbeitet wurden: Eiweißfuttermittel aus Getreide, Kraftfutter aus Zuckerrüben und weitere Erzeugnisse für die Lebens- und Futtermittelindustrie, Gluten für Aquakultur sowie biogene Kohlensäure für Getränke.

Aufgrund der insgesamt gesunkenen deutschen Bioethanolproduktion floss auch weniger Bioethanol in die chemische und pharmazeutische Industrie. Auch die zur Beimischung für Kraftstoffanwendungen bestimmte Menge reduzierte sich im Jahr 2019. Diese sank um 12,8 Prozent auf 542.699 Tonnen (2018: 622.232 Tonnen). Die für die Lebensmittelwirtschaft bestimmte Bioethanolmenge wuchs um 6,2 Prozent auf knapp 110.000 Tonnen (2018: 102.000 Tonnen).

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2. Bioethanolverbrauch 2019 im Kraftstoffmarkt

In einem 2019 wieder leicht ansteigendem Kraftstoffmarkt, in dem mit 18,0 Millionen Tonnen Benzin ungefähr ein Prozent mehr Ottokraftstoffe abgesetzt wurden als im Vorjahr (2018: 17,8 Millionen Tonnen), verringerte sich der Verbrauch von Bioethanol, das den Benzinsorten Super E10, Super Plus und Super (E5) beigemischt bzw. zur Herstellung von ETBE (Ethyl-tertiär-butylether) verwendet wurde, geringfügig auf knapp 1,16 Millionen Tonnen.

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Während zur ETBE-Erzeugung nur noch knapp 88.000 Tonnen Bioethanol und damit rund 20 Prozent weniger als im Jahr 2018 (110.000 Tonnen) eingesetzt wurden, stieg der Marktanteil der Benzinsorte Super E10 mit bis zu 10 Prozent Bioethanolanteil auf 13,7 Prozent an (2018: 12,9 Prozent). Die Absatzmenge betrug 2,46 Millionen Tonnen. Im Vorjahr waren es 2,31 Millionen Tonnen.

Super (E5) erreichte mit 14,7 Millionen Tonnen in 2019 einen Marktanteil von 81,7 Prozent. Im Vorjahr entsprachen die abgesetzten 14,7 Millionen Tonnen Super (E5) einem Marktanteil von 82,5 Prozent. Der Marktanteil von Super Plus, dem ebenfalls bis zu 5,0 Prozent Bioethanol beigemischt wird, lag 2019 mit 4,6 Prozent nur knapp über dem Vorjahresniveau, obwohl mit 833.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr 2,8 Prozent mehr Super Plus getankt wurde (2018: 810.000 Tonnen).

marktdaten 2019 tabelle 4.pngInsgesamt betrug der Anteil von Bioethanol in den Benzinsorten Super Plus, Super (E5) und Super E10 und ETBE damit 6,1 Vol.-Prozent. Im Jahr 2018 hatte er bei 6,3 Vol.-Prozent gelegen.

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3. Ausblick 2020

Bereits im Januar 2020 wurden im Benzinmarkt die Auswirkungen der zum Jahreswechsel 2019/2020 erfolgten Anhebung der Treibhausgas-Minderungsquote von 4,0 auf 6,0 Prozent deutlich spürbar: Der Bioethanolverbrauch zur Beimischung in Benzin stieg zu Jahresbeginn gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,3 Prozent auf 102.000 Tonnen an.

Ob sich dieser positive Trend im Gesamtjahr fortsetzt, ist aktuell offen. Aufgrund der sich seit Anfang März weltweit ausweitenden Corona-Krise ist es nicht möglich, eine zuverlässige Prognose für den diesjährigen Kraftstoffmarkt 2020 abzugeben. Dieser ist europa- und deutschlandweit seit März 2020 stark rückläufig, was sich auch auf den Absatz von Bioethanol zur Beimischung in Benzin auswirken dürfte.

Andererseits ergeben sich für die Bioethanolwirtschaft derzeit zusätzliche Absatzchancen aufgrund der stark ansteigenden Nachfrage nach Bioethanol als Grundstoff für die Produktion von Hand- und Flächendesinfektionsmitteln. Die deutschen Hersteller von Bioethanol beliefern seit einigen Wochen zunehmend die chemische und die pharmazeutische Industrie sowie Apotheken im gesamten Bundesgebiet mit Bioethanol, das zuvor in den Kraftstoffmarkt abgesetzt worden war.